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Prisoners

modernes Amerika

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Mit seinen ersten Spielfilmen 'Maelström', 'Polytechnique' und 'Die Frau, die singt' machte der kanadische Regisseur Denis Villeneuve international auf sich aufmerksam. Alles Arbeiten, die subtil den Bereich zwischen Thriller, Melodram und Gesellschaftskritik neu ausloten. Sein Hollywood-Debüt gibt er jetzt mit dem hochspannenden Entführungsthriller 'Prisoners'. Dabei zeigt Villeneuve, dass er die Möglichkeiten der Traumfabrik geschickt zu nutzen weiß. Als klassische Suche nach dem Täter funktioniert 'Prisoners' hervorragend. Doch der Film bietet mehr als eine aktuelle Fassung von 'Ein Mann sieht rot'. Denn Villeneuve bleibt auch hier seinem komplexen Erzählstil treu und garniert eine typische 'Villeneuve'-Geschichte, die einem absolut nicht mehr aus dem Kopf will diesmal nur mit ein paar hochkarätigen Schauspielstars wie Hugh Jackman oder Jake Gyllenhaal.
Die radikale Kompromisslosigkeit, mit der Villeneuve immer arbeitet, erweist sich in diesem temporeich inszenierten Fall als besonders nervenzehrend: Zwei befreundete Familien feiern Thanksgiving. Die beiden jeweils jüngsten Töchter gehen draußen spielen - und verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Keller Dover (Hugh Jackman), Vater des einen Mädchens, alarmiert die Polizei. Die Ermittler greifen den zurückgebliebenen Alex Jones (Paul Dano) auf. Aber dem ist nichts nachzuweisen, daher wird er nach 48 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Das wiederum missfällt dem raubeinigen Handwerker Keller Dover, und er nimmt das Gesetz selbst in die Hand. In einem leer stehenden Haus, das er renovieren soll, versucht er aus dem schwachsinnigen jungen Mann die Wahrheit herauszuprügeln.

Wie ein Kugelblitz rast der ehedem brave Familienvater durch die Szenerie und verstört seine in stumme Trauer versinkende Umgebung. So unberechenbar wie Keller Dover im Film agiert, so überraschend sind die immer neuen Wendungen der Handlung. Die hypnotischen Bilder von Kamerazauberer Roger Deakins ('No Country For Old Men', 'The Village', 'Der Vorleser') nehmen den Zuschauer von den ersten Minuten an gefangen. Sogar in den grausamsten Szenen kann man kaum ein Auge abwenden.
Die Kernfrage des zermürbend intensiven Dramas ist, ob der Zweck nicht doch irgendwann die Mittel heiligt. Ob nicht bestimmte Grenzüberschreitungen toleriert werden dürfen, sofern sie einem 'höheren' Ziel dienen. Alle Figuren in 'Prisoners' sind Gefangene, buchstäblich oder in ihrem eigenen verqueren Kosmos. Villeneuve bietet dazu eine weitere Lesart seines Thrillers als Abbild des modernen Amerikas an, in dem jeder dem anderen misstraut und nur auf eine falsche Bewegung wartet, um zur erbarmungslos Selbstjustiz zu schreiten.

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genre: Psychothriller länge: 154 min Original: Prisoners Darsteller: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Terrence Howard, Prisoners Regie: Denis Villeneuve, Prisoners Drehuch: Aaron Guzikowski, Drehjahr: 2013 FSK: 16 Starttermin: 10.10.2013 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Prisoners im kinoprogramm ]

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