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Lincoln

großes Kino

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Steven Spielbergs neuester monumentaler Streich beginnt mit einem opulenten Schlachtengemälde des amerikanischen Bürgerkriegs. Das erbarmungslose Abschlachten unter Landsmännern war schon oft im Kino zu sehen. So roh und grausam wie bei Spielberg aber noch nie. Es scheint, als ob der Regisseur sich mit Filmen wie 'Saving Private Ryan' oder 'War Horse - Gefährten' nur auf diese Szenen verzweifelter Brutalität vorbereitet hat. Doch die drastische Gewaltdarstellung markiert einen stimmigen Auftakt zu 'Lincoln'. Denn nur durch diese Ereignisse lassen sich die anschließend folgenden politischen Gefechte erst richtig verstehen.
Nur so lässt sich der unbedingte Willen Abraham Lincolns erklären, den Krieg endlich beenden zu wollen - und gleichzeitig in einem Verfassungszusatz die Sklaverei ein für allemal abzuschaffen. Die Handlung von 'Lincoln' konzentriert sich auf vier Monate des Jahres 1865, in denen sich der soeben wiedergewählte 16. Präsident der Vereinigten Staaten darum bemüht, das Ende der Sklaverei vom Kongress genehmigen zu lassen und damit offiziell in die Verfassung aufzunehmen. Vom actionlastigen Kriegsdrama der ersten Minuten wandelt sich 'Lincoln' daher bald zum dialoglastigen, mitunter auch etwas schwergängigen Kammerspiel.

In abgedunkelten, der damaligen Zeit entsprechend auch noch dunkel möblierten Räumen erörtern vornehmlich schwarz gekleidete Herren in intimen Zweiergesprächen oder im etwas heller erleuchteten Kongress das Für und Wider der Sklavenhaltung. Die Monologe und Dialoge sind geschliffen, die Darstellerriege agiert superb. Allen voran Daniel Day-Lewis, der als Titelheld nicht nur die Biografie dieser Legende greifbar werden lässt, sondern auch dessen Modernität aufzeigt. Aber auch Sally Field als Lincolns Gattin, Joseph Gordon-Lrvittt, Tommy Lee Jones oder David Strathairn hat man schon länger nicht mehr so brillant und präzise geführt gesehen.
Demokratie 'ist ein Experiment' heißt es eingangs, und man sieht dabei zu, wie schwer diese bis heute geltenden Grundlagen der Demokratie entgegen allen rassistischen Dünkeln einst erkämpft wurden und wie schützenswert sie bis heute sind. Steven Spielberg veranschaulicht dabei die zähe Umständlichkeit politischer Verhandlungen, das langwierige Miteinander-Feilschen und -Ringen, bis schließlich ein Kontrahent ein paar Zentimeter nachgibt. Dass Spielberg dies in der Kino-bewährten Form eines Thrillers erledigt, vereinfacht manche Argumente. Steigert aber den Unterhaltungswert des zwar leicht nach Telekolleg riechenden, aber dennoch - und auch für Nicht-Amerikaner oder Bürgerkriegs-Experten! - sehr spannenden Geschichtsdrama, das bei der Oscar-Verleihung im März keinesfalls leer ausgehen dürfte.

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genre: Biografie, Drama länge: 152 min Original: Lincoln Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sally Field, Joseph Gordon-Levitt, Lincoln (2012) Regie: Steven Spielberg, Lincoln (2012) Drehuch: Tony Kushner, Drehjahr: 2012 FSK: 12 Starttermin: 24.01.2013 Offizielle Website ]

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