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Blue Jasmine

Der neue Woody Allen

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Alle Jahre wieder kommt ein Woody Allen-Film in die Kinos. Mal ein wunderbar verwunschener wie 'Midnight in Paris', für den er dann auch prompt einen Drehbuch-Oscar kassieren durfte. Mal so ein flachbrüstiges Etwas wie 'To Rome With Love' oder 'Whatever Works'. Mit 'Blue Jasmine' präsentiert sich der demnächst 78-Jährige wieder in hervorragender Form und knüpft scheinbar mühelos an den großartigen 'Match Point' von 2005 an: Witzig, originell, zynisch und nur so strotzend vor bitterer Gesellschaftskritik.

Die Handlung erinnert an Tennessee Williams' 'Endstation Sehnsucht', nur heißt Allens Blanche DuBois eben Jasmine. Die reiche New Yorker Ehefrau eines Investmentbankers (Alec Baldwin) verbringt ihre Tage mit Besuchen in Luxusboutiquen, beim Friseur oder der Kosmetikerin. Dass die Beziehung zu ihrem erwachsenen Sohn bröckelt und ihr Gatte Hal eine Affäre nach der anderen hat, blendet sie konsequent aus. Doch als Hal wegen illegaler Geschäfte verhaftet wird, verliert die ohnehin psychisch labile Jasmine alles und nistet sich bei ihrer Adoptivschwester Ginger (Sally Hawkins) in San Francisco ein. Dort geht die Upper Class-Ziege allen gehörig auf die Nerven. Anstatt wieder auf die Füße zu kommen, gelingt es Jasmine nicht, aus den alten Verhaltensmustern auszubrechen. Dadurch zerstört sie schließlich ihre letzte Chance auf ein bisschen Glück.

'Blue Jasmine' schlägt im Vergleich zu seinen letzten Arbeiten deutlich ernstere Töne an. So experimentiert der Altmeister diesmal nicht nur mutig mit den Erzählformen seiner komplex arrangierten Geschichte. Er präsentiert nach einer langen Abwärtsspirale schließlich auch ein ungewohnt bitteres Schlussbild. Es liegt aber nicht nur an Allens kristallklarer Inszenierung, sondern in erster Linie an Cate Blanchetts bravourösem, zweifellos Oscar-würdigem Spiel, dass einem die Tragödie dieser Salonschnepfe so zu Herzen geht. Sally Hawkins ist als leicht beschränkte Schwester zwar keine Augenweide mehr, dafür darf sie endlich beweisen, was sie kann. Mit Bobby Cannavale bietet 'Blue Jasmine' sogar einen respektablen modernen Stanley Kowalski, laut, polternd, fluchend und durchweg im Unterhemd wie Marlon Brando selig.
Tennessee Williams illustrierte in seinem Drama Ende der Vierzigerjahre das Verblassen des alten Ständesystems der Südstaaten und den Aufstieg einer neuen, vorwiegend aus einfachen Immigranten bestehenden Schicht. Wie Williams' Blanche ignoriert Jasmine die Umwelt und alle Ereignisse um sich herum. Allens Urteil über sie und die deformierte Welt, aus der sie stammt, ist ungewöhnlich hart und endgültig ausgefallen.

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genre: Drama, Komödie länge: 98 min Original: Blue Jasmine Darsteller: Cate Blanchett, Joy Carlin, Peter Sarsgaard, Alec Baldwin, Blue Jasmine Regie: Woody Allen, Blue Jasmine Drehuch: Woody Allen, Drehjahr: 2013 FSK: 6 Starttermin: 07.11.2013 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Blue Jasmine im kinoprogramm ]

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