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All is Lost

Allein auf hoher See

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Zu Beginn hört man eine Stimme aus dem Off einen Brief vorlesen. Warmherzige Worte, bewegend, aber auch sehr unsentimental. Es ist der Abschiedsbrief an seine Familie. Gegen Ende des wie im Flug vorbeiziehenden Marineabenteuers 'All Is Lost' sieht man dann, wie der namenlose Mann ihn schreibt, in ein Marmeladenglas steckt und ins Meer wirft. Dazwischen liegen gut eineinhalb Stunden, in denen der einzige Darsteller Robert Redford vielleicht zehn Worte sagt. Neben seinen Versuchen, das Funkgerät in Gang zu setzen, sind es nur ein paar Flüche, wenn etwas nicht geklappt hat. Und es gelingt ihm wenig, diesem bedauernswerten, tapferen Skipper.
Während der Einhandsegler ein Nickerchen macht, rammt seine Yacht mitten auf dem Indischen Ozean einen schwimmenden Container, der anscheinend von einem Frachtschiff gefallen sein muss. In der Bootswand ist ein großes Leck, in der Kajüte plätschert das Wasser, der Kartentisch mit Navigationsgerät und Computer ist überspült. Doch das bringt 'unseren Mann', wie der Abspann ihn bezeichnet, nicht aus der Ruhe. Sorgsam dichtet er die Außenhaut ab, bemüht sich, ohne technische Hilfsmittel Position und Kurs zu bestimmen. Per Funk um Hilfe rufen, so viel wird schnell klar, ist von nun an nicht mehr möglich.

Für sein gefeiertes Filmdebüt, das dialogstarke Börsencrash-Drama 'Margin Call' versammelte J.C. Chandor 2011 ein halbes Dutzend Superstars von Kevin Spacey über Jeremy Irons bis Demi Moore vor der Kamera. Anschließend stand dem derzeitigen Regie-Hoffnungsträger Hollywoods der Sinn wohl nach einem Kontrastprogramm. 'All Is Lost' ist ein Ein-Personen-Drama auf hoher See, ein minimalistisches Kammerspiel vor der unendlichen Weite des Ozeans. Extrem realistisch wirken die Kameraeinstellungen, in denen der Blauwassersegler stoisch jeden weiteren Schicksalsschlag in Form von Sturmfront, gebrochenem Mast bis hin zum fauligen Trinkwasser abwettert.
Robert Redford, im Privatleben kein Wassersportler, veranschaulicht eindringlich den Kampf eines Mannes gegen die Elemente - und schließlich um sein Leben. Subtil und zurückgenommen ist sein Spiel. Ganz ohne Hilfsmittel und glättendes Gequatsche kommt er aus, das Robert Zemeckis bei seinem Schiffbrüchigenfilm 'Cast Away' mit Tom Hanks im Zwiegespräch mit dem Volleyball noch brauchte. Nur an den fahriger werdenden Gesten oder dem verbissenem Gesichtsausdruck Redfords lässt sich die steigende Verzweiflung des glücklosen Kapitäns ablesen. Gerade deshalb ist Chandors nüchterner Film ein so kluges Lehrstück über das, was bleibt. Was den Menschen ausmacht, wenn alle Hoffnung verloren ist und nur noch der Tod wartet.

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genre: Abenteuer, Action, Drama länge: 106 min Original: All is Lost Darsteller: Robert Redford, All is Lost Regie: J.C. Chandor, All is Lost Drehuch: J.C. Chandor, Drehjahr: 2013 FSK: 6 Starttermin: 09.01.2014 Offizielle Website ]

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